Bilinguale Kitas: Vorteile einer zweisprachigen Erziehung

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Bilinguale Kitas fördern die Sprachentwicklung frühzeitig. Erfahren Sie, wie das Immersions-Prinzip funktioniert und was Eltern bei der Wahl beachten sollten.

# Bilinguale Kitas: Vorteile einer zweisprachigen Erziehung Bilinguale Kitas begleiten Kinder von Anfang an in zwei Sprachen. Das Ziel ist keine formale Sprachschulung, sondern ein Alltag, in dem eine zweite Sprache selbstverständlich vorkommt – beim Essen, beim Anziehen, im Morgenkreis und beim Spielen. ## Was bedeutet bilinguale Erziehung im Kita-Alltag? In der Regel arbeiten die Einrichtungen nach dem Prinzip „eine Person – eine Sprache". Eine Fachkraft spricht durchgängig Deutsch, eine zweite durchgängig die Partnersprache. Kinder ordnen die Sprache damit einer Person zu und wechseln mühelos zwischen beiden Systemen. Wichtig ist Verlässlichkeit: Sprachmischungen innerhalb einer Bezugsperson erschweren den Aufbau, häufige Personalwechsel ebenfalls. ## Immersionsmethode: spielerisch Sprachen lernen Immersion bedeutet Eintauchen. Die zweite Sprache wird nicht unterrichtet, sondern in bedeutungsvollen Situationen verwendet und durch Mimik, Gestik, Bilder und Wiederholung verständlich gemacht. Kinder durchlaufen dabei typischerweise eine stille Phase, in der sie viel verstehen und wenig produzieren. Diese Phase ist normal und kein Anlass zur Sorge. ## Beliebte Sprachenkombinationen Am weitesten verbreitet ist Deutsch–Englisch, gefolgt von Deutsch–Französisch und Deutsch–Spanisch. In Grenzregionen und in Städten mit großen Communities finden sich außerdem Kombinationen mit Türkisch, Polnisch, Italienisch, Russisch oder Vietnamesisch. Für mehrsprachig aufwachsende Familien ist entscheidend, ob die Kita die Familiensprache als Ressource behandelt und nicht als Defizit. ## Kosten und Voraussetzungen Bilinguale Kitas sind häufig in freier Trägerschaft und erheben teilweise ein zusätzliches Entgelt für das Sprachkonzept. In beitragsfreien Bundesländern bleibt die Grundbetreuung kostenfrei; Zusatzbeiträge betreffen dann Verpflegung oder Angebote. Voraussetzung für die Aufnahme sind in der Regel keine Vorkenntnisse – weder bei Kind noch Eltern. ## Woran Sie eine gute Einrichtung erkennen - Muttersprachliche oder nachweislich sehr sicher sprechende Fachkräfte - Ein schriftliches Sprachkonzept, das den Tagesablauf beschreibt - Stabile Bezugspersonen und geringe Fluktuation - Dokumentation der Sprachentwicklung und regelmäßige Elterngespräche - Offenheit für die Familiensprachen aller Kinder Vereinbaren Sie vor der Anmeldung eine Hospitation. In zwanzig Minuten Morgenkreis erkennen Sie mehr über die gelebte Zweisprachigkeit als in jedem Prospekt.